Fahrwerksunterschiede moderner schwerer Panzer?

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    • Fahrwerksunterschiede moderner schwerer Panzer?

      Hallo!

      Tja die die mich aus anderen Foren kennen oder die Begrüßung gelesen haben ahnen schon was kommt ;).

      Ich hoffe es gibt vielleicht Einige, die sich mit den Aufhängungstechniken von Kampfpanzern gut auskennen und etwas über die einzelnen Vor und Nachteile sagen können. Allgemein würde ich gerne wissen, welcher Panzer vermutlich im Gelände das meiste mitmacht, wer also mit dem höchsten Tempo (bis auf die östlichen sind sie ja alle etwa gleichschwer) über Stock und Stein fahren kann, wer die weitesten Sprünge überlebt.

      Dieses Thema wird leider relativ selten behandelt, dabei spielt Mobilität bei modernen Panzern ja eine recht große Rolle und dazu gehört neben geringem Bodendruck und hohem Leistungsgewicht eben auch das Fahrwerk.

      Ich stelle mal folgende Fahrzeuge zum Vergleich, da die westlichen dominieren, eben hier:

      1. Der Leopard 2

      7 Laufrollen, Torsionsstabfederung, hier haben wir auch eine kleine Aussage:
      die statische Bruchlast der Drehstäbe nicht genau bekannt ist, als Anhalt für die Bruchlast bei Stoß aber ein Sprung mit 50 bis 60 km/h und einer Flughöhe von ca. 1 m ist. Dabei brechen meist die 2 vorderen Drehstäbe.
      von waffenhq.com/panzer/leopard2.html

      Allgemein gilt der Leo ja als sehr gut im Gelände, ist sein Fahrwerk es auch?

      2. Der M88A2 inetres.com/gp/military/cv/eng/M88.html

      6 Laufrollen, Torsionsstabfederung, ich nehme ihn hier rein da der M1A1 dem Leo arg ähnlich ist und der Hercules das schwerste Kettenfahrzeug der USA darstellt, er ist auch sozusagen das Fahrzeug mit der größten "Achslast" mit nur 6 Laufrollen. Sind sie auch stabiler? Oder schlicht überlastet?

      3. Leclerc

      7 Laufrolen, Hydropneumatische Federung gilt ebenfalls als sehr mobiler moderner Panzer, ist sein high-tech Laufwerk auch die beste Lösung für harten Geländeeinsatz?

      4. Merkava MK IV

      6 Laufrolen, Spiralfederung (ja wirklich)
      Ein eindeutiger Sonderweg, aber macht es den vielleicht besten Kampfpanzer der Welt auch im Gelände zum überflieger? Sind 6 Laufrollen besser aufgrund der prozental geringeren Überlastung in unebenem Terrain?

      5. Der T-84

      6 Laufrollen, Torsionsstab + Hydraulische Shock-Absorber an der 1.2. und 6. Laufrolle
      morozov.com.ua/eng/body/t84mobility.php
      Ich wähle diese Variante des russischen T-80 da sie soweit ich weiss die modernste ist (soll auch einen 1500PS Motor bekommen und wäre demnach vom T/PS-Verhältnis her unantastbar). Hat natürlich den enormen Vorteil des geringeren Gewichts und das Laufwerk scheint auch etwas besonderes zu sein, jedenfalls habe ich sonst von diesen Zusatzabsorbern noch nie was gelesen.


      Ich persöhnlich würde aufgrund des besonderen Fahrwerks und des Gewichts auf den T-84 tippen, aber vielleicht ist das Merkava-Fahrwerk doch belastbar? Oder haben die Ammis ihren Bergekoloss besonders überdimensioniert im Fahrwerk?

      Ich weiss, dass sind alles recht spezielle Fragen, aber es ist ja auch ein spezielles Forum ;)
      Viele Grüße
      Marcus_H

      Rechtschreibfehler sind Bestandteil meines künstlerischen Ausdrucks und ich stelle sie der Allgemeinheit frei zur Verfügung ;)
    • Also ich denke mal, die besten Fahrwerke haben die russischen Panzer, da es auch sehr viele Videoclips mit Sprüngen von mittleren Kampfpanzern der russischen T-Serie gibt.
      Man sollte aber bedenken, das ein mittlerer T-Panzer im Durchnitt zwischen 40-48 Tonnen wiegt, ein Leopard oder Mekarva weit über 60 Tonnen.

      Ich denke mal es sind auch die unterschiedlichen Erfahrungen, die die Panzerbauer gesammelt haben. Der Russe setzt schon immer auf mittlere Kampfpanzer und versucht seine Kampfpanzer immer möglichst leicht und kompakt zu gestalten, während die westlichen Länder immer sehr schwere und große Panzer bauten, was ja auch schon im 2. WK so war.
    • Hallo!

      Fällt sonst Niemandem Etwas ein? Sind denn diese Zusatzdämpfer an Laufrolle 1,2 und 6 überhaupt eine Besonderheit des T-80/84 oder haben das auch Andere und man weiss es nur nicht, also von denen die Torsionsstäbe verwenden.

      Falls nicht und es ist ein Sonderweg, wieviel kann Soetwas nützen? Und was ist generell belastbarer, Drehstab, Hydro oder doch Spiral?

      Wundert mich nämlich, dass der T-90 das nichtmehr gehabt zu haben scheint...


      Grüße
      Viele Grüße
      Marcus_H

      Rechtschreibfehler sind Bestandteil meines künstlerischen Ausdrucks und ich stelle sie der Allgemeinheit frei zur Verfügung ;)
    • Seit dem T-64 wird ein Stützrollenlaufwerk verwendet welches durch Drehstäbe gefedert ist. Die hydraulischen Endanschläge an den ersten, zweiten und sechsten Laufrolle je Seite findet man schon bei ihm. Beim T-72 und T-90 sind die ersten zwei und die letzten zwei Laufrollen je Seite mit diesen Dämpfern ausgerüstet. Die Fahrwerke der russischen T-80 Modelle und der ukrainischen Variante T-80UD/T-84 sind ähnlich aufgebaut wie das des T-64. Nur sind hier die Endanschläge verbessert worden.
      Wer früher stirbt, ist länger tot {grusssignatur}
    • Hi

      Ok und das haben nur die Russen? Oder findet sich sowas auch bei anderen drehstabgefederten Fahrzeugen?

      Und wenn nicht, wie gesagt, warum machen die das? Muss ja was mit der Belastbarkeit zu tun haben, schließlich sind das ja die Laufrollen, die das Meiste abkriegen.

      Grüße
      Viele Grüße
      Marcus_H

      Rechtschreibfehler sind Bestandteil meines künstlerischen Ausdrucks und ich stelle sie der Allgemeinheit frei zur Verfügung ;)
    • Hydraulische Endnschläge finden sich in jedem modernen Kampfpanzer die mit einem Stützrollenlaufwerk ausgerüstet sind. Meistens sind die ersten zwei und die letzten zwei Laufrollen je Seite damit ausgerüstet. Das macht man, da die ersten Laufrollen die Stöße bei Bergauf- und Bergabfahrt aufnehmen. Bei den letzten beiden Laufrollen liegt das größte Gewicht durch die Antriebseinheit auf.
      Wer früher stirbt, ist länger tot {grusssignatur}
    • Zusätzlich kann man ein Hydropneumatische Federung einbauen, wie beim japanischen Type 90 und bei den südkoreanischen K1, K1A1 und K2. Hier sind die ersten zwei und die letzten zwei Laufrollen je Seite damit ausgerüstet. Der Rest hat Drehstäbe. Hierdurch ist es möglich die Bodenfreiheit dem jeweiligen Gelände anzupassen. daneben kann man dadurch den Höhenrichtbereich der Kanone vergrößern.
      Wer früher stirbt, ist länger tot {grusssignatur}
    • Hallo!

      Ok also liegen die überlegenen "Weitsprung-Möglichkeiten" der Russen letzlich nur anderen geringeren Gewicht, nicht am stabileren Fahrwerk?

      Denn ich bilde mir ein, dass da durchaus welche dabei wären, die das besagte Beispiel: "die statische Bruchlast der Drehstäbe nicht genau bekannt ist, als Anhalt für die Bruchlast bei Stoß aber ein Sprung mit 50 bis 60 km/h und einer Flughöhe von ca. 1 m ist. Dabei brechen meist die 2 vorderen Drehstäbe" klar übertreffen!

      Könnte das ein Leo also letzlich genauso verkraften wäre er 10 Tonnen leichter?

      Ich kenne leider keine Merkava-Videos, das wäre halt mal was ganz Anderes...

      Grüße
      Viele Grüße
      Marcus_H

      Rechtschreibfehler sind Bestandteil meines künstlerischen Ausdrucks und ich stelle sie der Allgemeinheit frei zur Verfügung ;)
    • Hallo

      Tja man müsste vermutlich wirklich mal einen Milliardär mit guten Beziehungen auftreiben, der die Möglichkeit hat auf einem Testgelände sämtliche modernen schweren Panzer gegeneinander antreten zu lassen.

      Dann jeweils verschiedene Geländeparcours wo's darauf ankommt möglichst schnell durhzukommen mit wachsendem Schwierigkeitsgrad bis keiner mehr durchkommt.

      Und dann einen Rampenparcours mit Sprüngen und ähnlicher Materialvernichtung.

      Bräuchte man dann locker 3 Stück pro Modell, dürfte also im dreistelligen Millionenbereich liegen;) Wobei mich wundert, dass Länder wie die USA sowas nicht mal aus eigenem Antrieb finanzieren um zu gucken wo sie was lernen können....

      Ich würde mal vermuten im Gelände wären die Russen ganz weit vorne, dicht gefolgt vom Merkava und im Gesamtvergleich dürfte dem MKIV Niemand was vormachen.

      Grüße
      Viele Grüße
      Marcus_H

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    • Hallo nochmal

      Ich habe während des durchforstens von You-Tube Videos undÄhnlichem (sicher nicht die sichersten Quellen ich weiss) jetzt mehrfach mitbekommen, dass der Challenger 2 durch sein Hydropneumatisches Fahrwerk mit höherem Tempo im Gelände fahren kann, als die Konkurrenz.Kann da was dran sein?

      Nun ist der C2 ja durch sein hohes Gewicht in Kombination mit seinem relativ schwach dimensionierten Motor etwas gehandicapt, aber es gibt ja den Challenger2E mit stärkerem MTU-Motor und Renk-Getriebe. Nun steht bei Wiki,dass dieser eingestellt wurde, stimmt das? Der klang insgesamt eigentlich als solider Anwärter auf den "Thron" also sehr überzeugend, warum sollte man den einstellen? Weiss Jemand wieviele C2E gebaut wurden?

      Grüße
      Viele Grüße
      Marcus_H

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    • Es wurden 38 Challenger 2E an den Oman geliefert. Trotz seines 1500PS leistenden MTU Motor und dem mit ihm gekoppelten Renk Getriebe liegt sein Leistungsgewicht unter dem des Leopard 2A6. Daher ist die Mobilität schlechter.

      Das Leistungsgewicht des Challenger 2 beträgt 19,35PS/t. Ein Leopard 2A5 hat ein Leistungsgewicht von 24,79PS/t. Beim Fahren im Gelände ist die Mobilität eines Panzers sehr wichtig. Die Mobilität wiederum ergibt sich aus dem Leistungsgewicht. Da der Challenger 2 gegenüber den meisten Panzern ein schlechteres Leistungsgewicht aufweist leidet seine Mobilität, wodurch er bei Geländefahrt eher langsamer unterwegs ist.

      mfg Dennis
      Wer früher stirbt, ist länger tot {grusssignatur}
    • Hallo!

      Ok aber in der E-Ausführung dürfte die Differenz minimal sein, deren Leistungsgewicht müsste so bei 24 liegen.

      Mit der 1200PS Krücke wird das freilich Nix, zumal er damit soweit ich weiss, auch noch sehr durstig gewesen sein soll, weiss Jemand, inwiefehrn sich die E-Version auch darin dem günstigen Leo 2 angenähert hat?

      Soweit ich weiss holt der MTU des Challenger2E seine 1500Pferde ja aus deutlich weniger Hubraum als der 45-Liter Koloss im Leo, hatte das Auswirkungen?

      Denn wie gesagt, ich habe es häufiger gehört, dass grundsätzlich das Fahrwerk des CH2 für höhere Tempi im Gelände ausgelegt sei. Nützt dem Standartmodell halt Nix wegen zuwenig Dampf, deswegen fand ich den 2E so spannend.

      Grüße
      Viele Grüße
      Marcus_H

      Rechtschreibfehler sind Bestandteil meines künstlerischen Ausdrucks und ich stelle sie der Allgemeinheit frei zur Verfügung ;)
    • Habe jetzt mal das neue Kampfpanzerbuch durchgeackert, leider war da zum Thema Fahrwerk wenig drin :(. Kennt Jemand eine mögliche (nötigenfals englische) Quelle die da mehr zu aussagt?

      Interessant finde ich auch den Japanischen Typ 90, der hat ja an den vorderen und hinteren Laufrollen Hydrop und ansonsten Drehstäbe. Ist das vielleicht ein Beweis dafür, dass Hydrop heftigere Stöße verkraftet? Sozusagen das belastbarste an die Haupt Stoßstellen und das leicht zu wartende für den Rest? Oder diente das allein den Absenkungsmöglichkeiten des Rohrs?

      Grüße
      Viele Grüße
      Marcus_H

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