Agusta A129

  • Agusta A129

    AgustaWestland A129 „Mangusta“
    Typ: Kampfhubschrauber

    Geschichte

    Bereits 1972 sah das italienische Heer den Bedarf für einen auf die Panzerabwehr spezialisierten Hubschrauber. Die nach folgenden Studien, in die auch Agusta (heute AgustaWestland) einbezogen war, untersuchten unter anderem die Möglichkeit der Anpassung der A109. Die hochgesteckten Forderungen nach der Einsatzfähigkeit über einem Gefechtsfeld mit starker Bedrohung, bei Nacht und schlechtem Wetter führten aber letztlich zu einer Neuentwicklung. So erhielt die A129 im März 1978 grünes Licht, wobei die Industrie 30 Prozent der Entwicklungskosten übernehmen musste. Nach mehrfacher Anpassung der Auslegung stand die Konfiguration Ende 1980 fest. Der erste Prototyp (MM590, E.I.901) hob am 11. September 1983 in Cascina Costa zu seinem Jungfernflug ab.

    Vier weitere Hubschrauber folgten 1984, 1985 und schließlich am 01. März 1986. Sie schlossen das Testprogramm bis September 1986 ab.
    Inzwischen hatte die italienische Regierung den Kauf von 60 Mangustas (Mungo) beschlossen. Die Lieferungen begannen nach Finanzierungsproblemen allerdings erst am 06. Oktober 1990 mit zunächst fünf Hubschraubern. Mangustas mit verbesserter Ausstattung folgten ab 1993, und bis Ende 1996 waren 45 A129 im Dienst. Bereits Mitte der 1980er Jahre schlug Agusta Versionen zur Schiffsbekämpfung und einen leichten Gefechtsfeldhubschrauber für bis zu zwölf Soldaten vor. Auch wurden Anstrengungen für ein europäisches Gemeinschaftsprogramm auf Basis der A129 unternommen, die jedoch nicht erfolgreich waren.

    Weitere Exportbemühungen konzentrierten sich auf die International-Version mit dem 45 Prozent stärkeren T800/CTS-800 Triebwerk, verstärktem Getriebe und Fünfblattrotor. Auch damit blieb der Durchbruch aus. Die Entwicklungsergebnisse der späten 1980er und 1990er Jahre flossen dann in die A129CBT für das italienische Heer ein, die allerdings das Gem Triebwerk behielt. Ab Oktober 2002 wurden 15 Maschinen in dieser Konfiguration geliefert, und die vorhandenen Hubschrauber sollend entsprechend umgerüstet werden. Das italienische Heer verlegte einige seiner Mangustas 1993 für den UN-Einsatz nach Somalia. Danach waren die Kampfhubschrauber auch in Angola und Bosnien aktiv.
    2005 stand eine Verlegung in den Irak auf dem Plan.

    Versionen

    A129: Basisausführung für das italienische Heer. 45 Maschinen gebaut.
    A129 Marineversion: Vorschlag für eine Ausführung zur Schiffsbekämpfung. Wurde nicht realisiert.
    A129 „Tonal“: Studien zu einem gemeinsamen europäischen Kampfhubschrauber begannen 1985 unter Beteiligung von Westland und Fokker (später auch CASA). Im Oktober 1988 wurde regierungsseitig eine Absichtserklärung unterzeichnet. Mitte der 1990er Jahre entschieden sich Großbritannien und die Niederlande allerdings für den AH-64 „Apache“
    A139 „Utillity“: Mitte der 1980er Jahre projektierter Transporthubschrauber mit Rotor und Triebwerken der A129. Das zunächst als A129 LBH (leichter Gefechtsfeldhubschrauber) bezeichnete Programm kam nicht über ein 1:1-Modell hinaus, obwohl es einen Kooperationsvertrag mit FAMA in Argentinien gab. In der Kabine war Platz für acht bis zwölf Soldaten.
    A129 „International“: Exportversion mit CTS800 Triebwerken und Fünfblattrotor. Erstflug (mit T800) im Oktober 1988, mit neuem Rotor am 09. Januar 1995. Wurde 1999 für Waffentests mit Hellfire und Rafael NT-D verwendet und flog im Herbst 1990 Heißwettertests in Abu Dhabi.
    A129 „Scorpion“: Exportversion für den Aufklärungs-/Kampfhubschrauberwettbewerb in Australien (Projekt Air 87). Agusta gehörte 1999 zu den drei Finalisten, doch letztendlich gewann der Eurocopter „Tiger“.
    A129 „Krogulec“: Exportversion, die Polen 1999 für ein Kampfhubschrauberprogramm angeboten wurde, das sich allerdings zerschlug.
    A129CBT: Verbesserte Ausführung für Italien mit Kanone im Bug, Fünfblattrotor und modernisierte Avionik, die ein breiteres Einsatzspektrum über die Panzerbekämpfung hinaus zulässt. 15 Hubschrauber wurden ab Oktober 2002 geliefert. Neu als A129A bezeichnet.

    Technische Daten

    Allgemeine Angaben
    Hersteller: AgustaWestland (früher Agusta), Via Giovanni Agusta 520, 21017 Cascina Costa di Samarate, Italien
    Besatzung: 2

    Bewaffnung
    Die A129 kann mit einem schwenkbarem 12,7mm MG (400 Schuss) in der Nase ausgerüstet werden.
    Die A129CBT und das vorgeschlagene International-Modell verfügen über eine schwenkbare, dreiläufige 20mm Kanone in der Nase (300 Schuss). Alle Versionen haben vier Aufhängungspunkte unter den seitlichen Hilfsflügeln. Zu den möglichen Außenlasten zählen: 8x Panzerabwehrraketen wie TOW, ITOW, TOW 2/2A, AGM-114 Hellfire oder NT-D; 2x Kanonenbehälter (7,62mm, 12,7mm oder 20mm); 2 bis 4 Raketenbehälter (je 7 oder 19 Raketen, 70 oder 81mm von SNIA-BDP); 4x Luft-Luft Lenkwaffen Raytheon FIM-92 Stinger oder MBDA Mistral. Eine Marineversion sollte die Anti-Schiffs Lenkwaffen BAE Sea Skua oder OTO Melara Marte Mk.2 tragen

    Antrieb
    2 Wellenturbinen Rolls-Royce Gem 1004
    Leistung
    Startleistung je 657kW
    Dauerleistung je 615kW

    Abmessungen
    Rumpflänge
    A129 12,27m
    A129 Marineversion 12,40m
    A129CBT 12,62m
    A139 13,00m
    Länge, drehende Rotoren 14,29m
    Höhe zum Hauptrotor 3,35m
    Höhe über Heckrotor
    A129 3,31m
    A129CBT 3,60m
    Hauptrotordurchmesser 11,90m
    Spannweite
    A129 3,20m
    A129CBT 3,71m

    Massen
    Leermasse 2529kg
    Waffenzuladung 1200kg
    Kraftstoff intern 750kg
    normale Startmasse
    A129 3950kg
    A129CBT 4350kg
    A129 mit CTS800 4800kg
    maximal Startmasse
    A129 4100kg
    A129CBT 4600kg
    A129 mit CTS800 5100kg
    A139 4300kg

    Flugleistungen
    Höchstgeschwindigkeit 294km/h
    A139 280km/h
    Marschgeschwindigkeit
    A129CBT 250km/h
    A129 mit CTS800 278km/h
    max. Steigrate in Meereshöhe
    A129/A129CBT 10,2m/s
    A129 mit CTS800 12,0m/s
    Dienstgipfelhöhe
    A129CBT 4725m
    A129 mit CTS800 6069m
    Schwebehöhe ohne Bodeneffekt
    A129 1890m
    A129CBT 1500m
    A129 mit CTS800 3290m
    A139 1200m
    Schwebehöhe mit Bodeneffekt
    A129CBT 3140m
    A129 mit CTS800 4205m
    Reichweite
    A129 (mit Zusatztanks) 1050km
    A129CBT 510km
    A129 mit CTS800 561km

    Kunden

    Trotz zahlreicher Exportbemühungen steht die Mangusta (Mungo) bisher nur beim italienischen Heer im Dienst. Zwischen Oktober 1990 und 1996 wurden zunächst 45 geliefert, ab Oktober 2002 folgten noch 15 Hubschrauber der verbesserten CBT-Version. Geflogen werden die A129 vom 5. Heeresfliegerregiment „Rigel“ in Casarsa della Delizia (49. Gruppo Squadroni „Capricorno“ mit 491. und 492. Kampfhubschrauberstaffel) und vom 7. Heeresfliegerregiment „Vega“ in Rimini (48. Gruppo Squadroni „Pavone“ mit 481. und 482. Kampfhubschrauberstaffel). Dazu kommt als Trainingseinheit die 1. Gruppo Squadroni „Auriga“ (Squadrone EC/ESC) in Viterbo.
    Dateien
    Wer früher stirbt, ist länger tot {grusssignatur}
  • Ende März 2007 gewann AgustaWestland mit dem A129 die ATAK-Ausschreibung (Tactical Reconnaissance and Attack Helicopter) des türkischen Heeres. 52 Kampfhubschrauber werden von Turkish Aerospace Industry (TAI) in der Türkei gebaut werden, wobei im Rahmen des Geschäfts u.a. ein vollständiger Technologietransfer, die Einbeziehung türkischer Zulieferer und der Einbau neuer türkischer Komponenten vereinbart wurde. In dieser Form wird der Hubschrauber T129 heißen, an dem TAI die kompletten Vermarktungsrechte haben wird.

    Im Vergleich zur Basisversion der A129 wird die T129 folgende Verbesserungen aufweisen:

    * Durch bessere LHTEC T800 Triebwerke erhöht sich die max. Einsatzhöhe um 20%.
    * Höchstgeschwindigkeit 278 km/h
    * Das maximale Startgewicht wurde auf 5,5t gesteigert
    * Einsatzreichweite 1000 km
    * Aselsan entwickelt für den Hubschrauber ein EFIS-System (Glascockpit)
    * Ein Radar wie beim Apache Longbow soll eingebaut werden, dieser basiert jedoch auf IAI/ELTA's (Israel), er kann Land- und Seeziele aus 30 km Entfernung wahrnehmen, zusätzlich verfügt die Radaranlage über SAR- und ISAR-Fähigkeiten.
    * Aselsan entwickelte ein thermisches Ortungs- und Zielsystem (FLIR) unter der Bezeichnung ASELFLIR.
    * Der Großteil der Software wird von türkischen Unternehmen unter der Leitung von Aselsan entwickelt.
    * Es können jetzt 12 statt früher 8 Hellfire- oder TOW-Raketen getragen werden
    * Bei dieser Version können vier Stinger-AA-Raketen mitgeführt werden, diese Option gab es bei der Basisversion nicht, wodurch dieser Hubschrauber die Möglichkeit bekommt auch andere Hubschrauber zu bekämpfen.
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