Mil Mi-28

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    • Mil Mi-28 „Havoc“
      Typ: Kampfhubschrauber

      Geschichte

      In den 1970er Jahren entwickelten die Konstruktionsbüros von Kamow und Mil die ersten sowjetischen Hubschraubertypen, die speziell für den Einsatz gegen Panzer konstruiert wurden. In Konkurrenz zur Kamow Ka-50 entstand die Mil Mi-28. In ihrer Konfiguration (zweisitzig mit Bordschütze vorne, Pilot erhöht dahinter) sowie Sensorausrüstung ähnelt die Mi-28 dem amerikanischen AH-64 Apache. Der Erstflug war am 10. November 1982 in der damaligen UdSSR. Er soll den in die Jahre gekommenen Mi-24 ersetzen und steht dabei in Konkurrenz zum einsitzigen Kamow Ka-50. Die Mi-28 verfügt über elastisch aufgehängte Rotorblätter aus Verbundwerkstoffen, ähnlich der erstmals beim Bo-105 realisierten Bauweise. Beim Mi-28N werden reine Kunststoff-Rotorblätter eingesetzt, die auch 30mm-Geschossen standhalten sollen. Der Heckrotor ist vierblättrig, X-förmig und aus 2 unabhängig steuerbaren Blättern aufgebaut. Am Ende des Heckauslegers ist asymmetrisch eine verstellbare Höhenflosse angebracht.

      Als Triebwerk kommen zwei Isotow TW3-117WMA Gasturbinen zum Einsatz. Eine eigene Hilfsenergieeinheit ermöglicht den Betrieb von unvorbereiteten Startplätzen. Die Mi-28 erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h, sie kann auch seitwärts und rückwärts mit bis zu 100 km/h fliegen. Die Mi-28 verfügt über ein Vollintegriertes Feuerleitsystem, basierend auf einem zweikanaligen (weit-/ engwinkligen) Videosucher, der horizontal um 110 Grad und vertikal von +13 bis -40 Grad schwenkbar ist, ergänzt um einen Laser-Entfernungsmesser. Die Zielerfassung durch den Bordschützen erfolgt via elektronischem Helmvisier (HMD) mit automatischer Augenverfolgung. Kabine und Cockpitscheiben halten Geschossen von Kalibern bis zu 12,7 mm stand. Fahrwerk und Sitze sind energieabsorbierend aufgebaut, so dass die Besatzung einen senkrechten Aufschlag mit bis zu 12 m/s überleben kann.

      Als Gegenmaßnahme zu Hitzesuchenden Flugabwehrraketen wurde die thermische Signatur der Mi-28 gegenüber dem Vorgänger Mi-24 um den Faktor 2,5 reduziert. 2003 wurde angekündigt, dass das russische Verteidigungsministerium bei Rostwertol 50 Mi-28N bestellt hat. Mitte 2006 wurden die ersten beiden Mi-28N ausgeliefert, fünf weitere sollen bis Jahresende folgen, sodass man bis 2015 auf 67 Stück kommt, um die ältesten Mi-24 abzulösen. Weißrussland (eigentlich Belarus) erwägt derzeit die Anschaffung der Mi-28NE. Die erste einsatzbereite russische Staffel Mi-28N nahm im Juni 2006 an einem gemeinsamen Manöver mit Weißrussland teil. Im Januar 2008 wurde bekannt, dass auch Venezuela plant ab Herbst 2009 Mi-28N zu erwerben.

      Versionen

      Mi-28A: Erster Prototyp zur Panzerbekämpfung. Erstflug 1982
      Mi-28A: Verbesserter Prototyp für eine geplante Serienfertigung. Mit modernerer Avionik und TW3-117WM Triebwerken mit je 2200PS Leistung. Erstflug 1988
      Mi-28N: Nachtkampf- und Allwettertaugliche Version. Ausgerüstet mit Mastmontiertem FJH-01 „Arbalet“ MM-Radar, FLIR und NVG’s.
      Mi-28E: Exportversion der Mi-28A.
      Mi-28L: Exportversion der Mi-28A für den Einsatz in Wüstenregionen.
      Mi-28NAe: 2004 vorgestellte Exportversion des Mi-28N für Nordkorea.
      Mi-28NE: Exportversion des Mi-28N
      Mi-28D: Vereinfachte Exportversion des Mi-28N ohne MM-Radar und FLIR. Vorgestellt auf dem Aerosalon 2005 in Le Bourget.

      Technische Daten

      Allgemeine Angaben
      Hersteller: OKB Michail L. Mil, Moskau, Fertigung in Rostow am Don, Russland
      Besatzung: 2

      Bewaffnung
      Eine 30mm Maschinenkanone 2A42 in einem NPPU-28 Turm (synchronisiert mit Sensorturm schwenkbar), 250 Schuss Magazin, Feuerrate 900 Schuss/min.
      Die vier Außenlastträger besitzen eine Kapazität von je 480kg. Mitgeführt werden können: 16 Panzerabwehrlenkwaffen der Typen 9M114M1/M2 (AT-6 „Spiral“) oder 9M120 „Ataka“ AT-9 „Spiral-2“); zwei UB-20 Behälter mit je 20 ungelenkten Luft-Boden Raketen S-8 (80mm) oder zwei B20W Behälter für 5 Raketen S-13 (130mm); zielsuchende Luft-Luft Raketen; Behälter mit 30mm Granatwerfer; Kanonenbehälter mit 23mm Kanonen, 12,7mm oder 7,62mm MG’s; Bomben; Zusatztanks

      Antrieb
      Mi-28A 2x Klimow TW3-117WMA
      Mi-28N 2x Klimow TW3-117WK-2500
      Leistung
      TW3-117WMA je 1636kW
      TW3-117WK-2500 je 1839kW

      Abmessungen
      Rumpflänge 17,01m
      Länge, drehende Rotoren 21,70m
      Höhe zum Hauptrotor 3,82m
      Hauptrotordurchmesser 17,20m
      Spannweite 4,88m

      Massen
      Leermasse
      Mi-28A 8095kg
      Mi-28N 8590kg
      normale Abflugsmasse
      Mi-28A 11000kg
      Mi-28N 11500kg
      max. Abflugsmasse 12100kg

      Flugleistungen
      Höchstgeschwindigkeit
      Mi-28A 305km/h
      Mi-28N 320km/h
      Marschgeschwindigkeit
      Mi-28A 265km/h
      Mi-28N 270km/h
      max. Steigrate in Meereshöhe
      Mi-28A/N 13,6m/s
      Dienstgipfelhöhe
      Mi-28A/N 5800m
      Schwebehöhe ohne Bodeneffekt
      Mi-28A/N 3600m
      Reichweite
      Mi-28A/N 470km
      Überführungsreichweite 990km

      Kunden

      Russland: ca. 67 ab 2006 bis 2015
      Venezuela: ab 2009, Stückzahl unbekannt
      Dateien
      Wer früher stirbt, ist länger tot {grusssignatur}