Empfehlung: Wargame - European Escalation

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Empfehlung: Wargame - European Escalation

      Heute möchte ich Euch nach langer Abstinenz mal wieder ein Spiel ans Herz legen, welches mich schon seit 60 Spielstunden in seinen Bann geschlagen hat. Letzte Woche erschien mit "Wargame - European Escalation" das neue Echtzeit-Strategiespiel von Eugen Systems, einem französischen Studio, dass bereits für "RUSE" und "Act of War" verantwortlich ist. In Deutschland wird der Titel über DTP vertrieben.


      Zwei Mi24D der LSK beim Angriff auf einen Roland. Schön zu sehen die Bewaffnung der Gruppe, Munitions- und Treibstoffvorräte, Zusatnd der Maschinen und Moral der Besatzung.

      Hintergrund des Spiels ist die Zeit der 70er und 80er im Rahmen eines eskalierten Kalten Krieges. Schon bei der aus diesem historischen Rahmen resultierenden Einheitenauswahl sticht das Spiel im Rahmen des Genres heraus. Es werden nicht nur pro Kategorie (Kampfpanzer, Schützenpanzer, etc.) je ein Fahrzeug zur Auswahl gestellt. Allein der Leo steht in den Varianten 1A1-5 und 2A1-2 zur Verfügung. Multipliziert wird diese Vielfalt durch die möglichen Konfliktparteien. So kann man nicht nur wie sonst in RTS üblich mit sowjetischen und US-Einheiten spielen. Für jedes Bündnis (NATO/WP) stehen je 4 Armeen mit ihren eigenen Fahrzeugen zur Verfügung: US, UK, Frankreich, BRD, SU, DDR, Polen und die Tschechoslowakei. Entsprechend kann man auch auf Einheiten des FJB40, den OT64, Marder1 oder Mi-24D der LSK zurückgreifen.


      Ein (sehr kleiner) Ausschnitt der Fahrzeugliste mit Details für den gewählten Panzertyp.

      WEE entfernt sich dabei von den vereinfachten Konventionen üblicher Echtzeit-Strategiespiele, wie sie bei "Act of War" und "RUSE" zur Anwendung kamen. Es gibt z.B. keinen Basenbau und Rohstoffproduktion mehr. Tatsächlich wird der kommerzielle Erfolg des Titels sehr überschaubar sein, da die Komplexität die meisten Spieler überfordern dürfte. Das Spiel simuliert nicht nur Aspekte wie den Erfahrungsstand der Besatzungen, die Moral, die jeweiligen Bewaffnungen der Fahrzeuge, die unterschiedlichen Panzerungen, etc. Auch Munitions- und Treibstoffvorrat werden simuliert. So kann ein Blitzangriff sehr schnell stecken bleiben, wenn man nicht entsprechende Vorräte per LKW oder Hubschrauber nachführt und beschädigte Einheiten repariert. Neue Nachschubwege können erobert werden, um das weitere Vordringen zu unterstützen. Ein paar gut platzierte Einheiten des Gegners können diese Nachschubwege aber auch schnell sabotieren und für beträchtliche Schäden sorgen.


      Eine Batterie ZSU23-4 mit vorgeschobenem Spähpanzer SPW40P2.

      Der Fokus des Spiels liegt eindeutig auf dem Mehrspielermodus. Die Kampagne ist zwar fordernd, aber mit 20 Missionen recht überschaubar. Vor allem bei Mehrspielerpartien mit 4 oder mehr Spielern entfesselt WEE seinen wahren Reiz. Der zweite Motivationsfaktor ist die Idee der Decks. Nicht alle Einheiten stehen dem Spieler zur Auswahl. Vielmehr muss man sich pro Kategorie (Logistik, Support, Infanterie, Panzer, Fahrzeuge, Hubschrauber, Aufklärung) auf jeweils 5 Fahrzeuge beschränken. Diese Auswahl nennt man Deck, wobei man mit einer Grundauswahl startet und mit pro Spiel verdienten Erfahrungspunkten die Einheiten verbessern kann oder neue Einheiten freischaltet. So kann man sein Deck der eigenen Strategie anpassen, wobei man sich verschiedene Decks zusammenstellen und speichern kann.

      Technisch kommt wieder die für "RUSE" entwickelte Iris-Zomm-Engine zum Einsatz. Diese ermöglicht es das Geschehen von einer strategischen Satellitenansicht stufenlos zoombar bis zur Fußgängerperspektive darzustellen. Das Spiel selbst findet auf einer bis zu 150km² großen Karte statt.


      Die Satellitenansicht. Gehaltene Zonen erzeugen weitere Resourcenpunkte. Zonen mit Pfeil sind Nachschubzonen, über die zusätzliche Kräfte herangeführt werden können.

      Ich kann das Spiel wirklich nur jedem, der sich für Spiele und Militärtechnik interessiert, empfehlen. Für die Gelegenheitsspieler dürfte der Einstieg sehr schwer und die Präsentation zu nüchtern sein. Für Freaks wie mich ist es aber genau richtig.